L hat seit Jahren mehrere Aufstellungen gemacht, und kürzlich noch einmal eine belastende Partnerbeziehung aufgestellt , die dieser schon lange beendet hatte, und berichtet über das, was sie danach erlebt hat. DIESE RÜCKMELDUNGEN SIND SO KLAR, DASS SIE AUCH FÜR ANDERE HEILSAM SEIN KÖNNEN. DAHER BIN ICH L DANKBAR DAFÜR, DASS ICH SIE HIER VERÖFFENTLICHEN DARF!
Sie hat mit diesem Mann einen Sohn, F. Meine antwort darauf in kursiv. Am 07.04.2024 um 17:44 schrieb L
l. Was ich festgestellt habe, dass es erst eine Erstverschlimnerung gab.
Ich wollte F.s Vater dazu bewegen F mal zu besuchen (erfolglos) und es war ein sehr schmerzhafter Prozess für mich den ganzen Schmerz noch einmal zu durchfühlen. Das grauenhafte und unmenschliche Verhalten zu akzeptieren. Mir wurde viel bewusst über die letzten 15 Jahre und dass es nicht förderlich war, auf seine Präsenz zu bestehen. Bzw. Immer zu denken es sei wichtig und ich müsse mich und meine Wahrheit opfern, weil ich mich schuldig fühlte mich getrennt zu haben. Und zu glauben es sei wichtig um den lieben Frieden willen mich mit Themen, Menschen und Ereignissen zu beschäftigen die mit meinem wahren Wesen nicht vereinbar sind.
Ero: das schmerzliche verdrängen-um den schmerz nicht spüren zu müssen - bewirkt, dass der schmerz nie aufhört!! L. Jetzt, nachdem ich es so akzeptiert habe nehme ich wahr dass mehr Ruhe einkehrt bei uns zu Hause, obwohl es herausfordernd ist. Die Themen gehen wir an (konstruktiver), es gibt Konflikte die allerdings dazu führen dass die Verbindung tiefer wird. Ich lerne gerade meine Wut und meine Meinung auszudrücken und kund zu tun und sie nicht mehr zu unterdrücken- auch nicht gegenüber meinen Sohn bzw. Weniger gegenüber meinem Sohn weil ich ihn jetzt nicht mehr so schonen muss sondern ihn auch was zumuten kann. Mich zumuten kann, als Mutter.
Ero: Super! so wirdt du zur tigermutter! Nur so hat dein sohn die chance, selber tiger zu werden!
L: Und ich merke dass ihm das gut tut. Und mir zeigt es, dass sich dann auch was bewegt und verändert. Ich merke dass ich mich die ganze Zeit kleiner gemacht habe, abhängig gemacht habe obwohl ich viele Dinge einfach besser mache und habe wenn ich sie selbst in die Hand nehme.
Mir wird jetzt erst bewusst wie belastend der Kontakt zu meinem Exmann war, seitdem er ihn abgebrochen hat.
Natürlich war das hart, verstossen und allein gelassen zu werden, weil ich Gewalt nicht befürworte und Grenzen setze. Hart war es die Gefühle zu fühlen, dein Kind über Monate leiden zu sehen, krank zu sehen, selbst krank zu sein und somit geschwächt und zu merken da ist kein Vater der sich für ihn noch für mich interessiert, mich blockiert und ich komplett allein bin mit allem und zudem zusehen muss wie F diese harte Erfahrung macht komplett ignoriert zu werden.
Soviel Wut, Trauer, Schmerz v.a. aber extreme Wut und Hass hab ich gespürt. Ich wollte einfach diese Gefühle nicht fühlen und dachte wenn ich nur genug tue dann wird alles gut, die Wunschvorstellung, die Illusion.
Ero: diese "negativen" - aber gesunden! - gefühle zu unterdrücken, um eine illusion aufrecht zu erhalten, hat soviel kraft gekostet!
L: Langsam verstehe ich, dass das vollkommen gesund war und ist und dass da meine Kraft verborgen liegt und mein Selbstvertrauen.
Gerade merke ich, dass es so viel ruhiger und schöner ist und es macht mich sehr glücklich und entspannt zu wissen dass so etwas nie wieder passieren wird.
Ich verstehe jetzt auch was mit der "höheren" - z.B. der rationaler - Ebene gemeint ist, denn diese rationale Ebene (drüber stehen) (erklären) inklusive das flüchten in Fantasiewelten / Illusion statt einmal die schrecklichen Gefühle zu fühlen durch das Akzeptieren der Realität ist ausschlaggebend gewesen für einen Teufelskreis über 15 Jahre. Und dieser ist nun beendet. Ich möchte gar keinen Frieden mehr im Außen der sowieso nie möglich war und auch keinen ständigen Krieg. Ich schließe Frieden mit der Situation, so wie sie ist. Und ich bin dankbar für unseren Sohn und dafür dass jetzt der Kontakt und somit das Gift beendet ist. Ero: wie klar du das beschreiben kannst! Bert Hellinger - dem ich viel verdanke - nannte das "Anerkennen, was ist!"
L: Ich merke dass sich dadurch ein neuer Raum öffnet, für mich.
Ich kann jetzt mehr ich sein. Muss mich nicht mehr verstellen. Und das befreit und stärkt meinen zutiefst angekratzten Selbstwert von über Jahrzehnten narzisstischen Missbrauch.
Keine emotionale, psychische und physische Gewalt mehr.
Ich bin frei.
Und dank SSI hab ich gelernt zu unterscheiden.
Eine Resilienz und Authentizität entwickelt ohne die ich heute nicht mehr da wäre und nicht die Möglichkeit hätte ganz anders in Verbindung zu gehen.
Es ist ein Weg, ein Prozess, mit Rückschlägen. V.a. weil es ein pionierhafter Weg ist, zumindest da wo ich lebe und herkomme... ;) Ero: das stimmt. Sich aus der kollektiven verwirrung einer traumatisierten familie zu befreien ist ZUNÄCHST immer PIONIER-ARBEIT!
l. Doch langsam fange ich an ihn (diesen Weg) zu lieben und merke dass er auch und vor allem in die Beziehung zu meinen Eltern sehr viel Heilung gebracht hat. Dass wir uns heute so begegnen können, dafür bin ich sehr dankbar.
Vorgestern war ich mit meiner Mutter im Wald, und sie erzählte mir von ihr, von ihren Kindheitserfahrungen durch bis hin zu meinen Ururgrosseltern...
Und plötzlich viel es mir wie Schuppen von den Augen, sie waren, v.a. meine weibliche Ahnenlinie alle Freiheitskämpferinnen... jede auf ihre Art und Weise mit ihrem Schicksal... und mich erfüllte Demut und eine tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung und auch das Fühlen des Wunders dass ich heute hier sein darf und so frei leben kann. Das hab ich ihnen zu verdanken. Mir wurde klar dass ich das Gute nicht sehen konnte. Und spürte Frieden in mir.
Ero: das ist die Transformation. Sobald du mit deinem eigenen SELBST verbunden bist, kannst du auch in dieser traumatisierten Familie die gesunden, selbst-verbundenen Angehörigen wahrnehmen – statt zwanghaft fokussiert zu sein auf eigenes und fremdes Leid! Das sind die „hilfreichen Ahn*innen, von denen Phil immer spreicht.
L:Jetzt ist für mich dran, mich beruflich und finanziell wieder neu aufzustellen und ich vermute das gelingt mir jetzt leichter, weil ich mich sicherer fühle in mir, mich bereit fühle Entscheidungen neu zu treffen und jetzt auch weiss, was mich Glücklich macht.
Ero : L, ich spüre den Impuls in mir, dich herzlich zu umarmen!
Antwort L: Unser Austausch berührt mich immer sehr und wirkt bestärkend.
Du kannst, gerne meine Rückmeldung zugänglich machen.
Mit der Veröffentlichung der Aufstellung bin ich nicht einverstanden.